Homöopathie – eine Heilmethode auch in der heutigen Zeit!

von Susanne Diez

Am 26.2.19 fand abends in der Akademie der Wissenschaften die Veranstaltung

„Homöopathie - eine akzeptable ‚Heilmethode‘ in der heutigen Zeit ?“

statt. Den Hauptvortrag hielt Univ.-Prof. Dr. Helmut Denk (Pathologe), Univ.-Prof. Dr. Michael Freissmuth (Pharmakologe) als Skeptiker sowie Univ.-Prof. Dr. Michael Frass als Vertreter der Homöopathie waren zu kurzen Statements geladen. Univ.-Prof. Dr. Hubert Christian Ehalt, Präsident der Gesellschaft der Freunde der Akademie der Wissenschaften, führte als Moderator durch den Abend. Wies schon die Wortwahl im Titel der Veranstaltung auf die beabsichtigte Negativaussage hin, so bestätigte sich diese tendenziöse Haltung, die keinen Widerspruch und keinen Zweifel an den eigenen Aussagen zuließ.


Es macht wenig Sinn, die von den Gegnern der Homöopathie vorgetragenen „Argumente“ zu wiederholen, es sind immer dieselben. Es zeigte sich einmal mehr, dass eine sachliche Auseinandersetzung mit den Gegnern der Homöopathie nicht möglich ist, natürlich entgegen deren eigenen Behauptungen.


Ich möchte jedoch hervorheben, was mich bei dieser Veranstaltung besonders beeindruckt hat:

Es waren überraschend viele Homöopathen und HomöopathInnen anwesend, Ärzte, Tierärzte, Pharmazeuten – und man konnte stolz sein auf die vielen gut begründeten Einwände, die vorgebracht wurden. Alle Homöopathischen Gesellschaften waren vertreten - Elisabeth Lazcano für die ÖGHM, Bernhard Zauner und Barbara Kasper für die ÄKH, Daniela Heger und Petra Weiermayer für die ÖGVH. Für die Arzneimittelhersteller waren die Schwabe Pharma Group - Dr. Peithner/Austroplant GmbH mit zahlreicher Unterstützung anwesend sowie die Fa. Remedia mit Robert Müntz vertreten. Weitere Pharmazeuten, Ärzte und Tierärzte unterstützten durch ihre Präsenz. Das Referat der Ärztekammer / Komplementärmedizin war durch Doris Schöpf vertreten, die Tierärztekammer durch Präsident Kurt Frühwirth und die Apothekerkammer durch Ilse Muchitsch. Aber auch zahlreiche Patienten, die über die Initiative „Homöopathie hilft“ von der Veranstaltung erfahren hatten, sind dankend zu nennen. Kollegen und Kolleginnen sowie Patienten, die klar wussten, wofür sie einstanden, Zusammenhalt demonstrierten und sich trotz aller Versuche des Moderators, Fragen unter den Tisch fallen zu lassen, mit persönlichem Angriff Wortmeldungen abzubrechen („das berührt sie jetzt aber persönlich emotional“) und abwertende Kommentare einzuwerfen, sachlich blieben. Univ.-Prof. Dr. Michael Frass (ihm wurde als Einzigem schon bei der Vorstellung der Professorentitel unterschlagen) war ja nur ein kurzes aber umso mehr großartiges Pro – Statement gewährt, in welchem er vor allem auch auf den konstruktiven Ansatz der Zusammenarbeit zwischen konventioneller und integrativer Medizin hinwies, deren unterschiedliche Perspektiven aufzeigte, die einander zum Wohl des Patienten ergänzen und keine Gegnerschaft rechtfertigen.
Herzlicher Dank möge auch an alle Professoren ausgesprochen werden, die uns Homöopathen schriftlich unterstützten (Univ.-Prof. Dr. Matthiessen, Univ.-Prof. Dr. Jütte, Univ.-Prof. Dr. Dinges, Univ.-Prof. Dr. Walach u.a.) – viele von ihnen wären gerne auch gekommen, wenn der Termin der Veranstaltung früher bekannt gewesen wäre.

Außer dieser erfreulichen Tatsache des gemeinsamen Auftritts der Homöopathen gab es für mich einen zweiten Punkt, der mich beeindruckte, allerdings als ehrliches Entsetzen. Waren bisher die Gehässigkeiten gegen die Homöopathie zumeist von Journalisten und Politikern oder anderen meist fragwürdigen „Experten“ gekommen, so wurde ich an diesem Abend Zeugin eines Bankrotts der Wissenschaft selbst. Wenn ernsthafte und geehrte Professoren sich selbst in fachfremden Gebieten zu Experten erklären, mit denselben Argumenten wie sie in den Medien zu hören sind ihre Meinung als wissenschaftlich deklarieren, renommierte Institute und Wissenschaftler mit einem lapidaren Satz abwerten (z.B. die Arbeiten von Dr. Teixeira) und unterstellen, man hätte diese Arbeiten ja gar nicht gelesen (um nur einige der zahlreichen peinlichen Aussagen zu nennen) – dann ist das ein Armutszeugnis, das sich die Wissenschaft selbst ausstellt. Als wüssten die Professoren nicht selbst ganz genau, wie schwierig und kontroversiell Studien (vor allem auch Studien der konventionellen Medizin!) beurteilt und interpretiert werden können, wie oft sie auch manipuliert und gefälscht werden
im Interesse der Auftraggeber (was die konventionelle Medizin viel mehr betrifft als Homöopathen, die kaum Sponsoren für ihre wissenschaftliche Arbeit finden). Nicht zuletzt darf man sich auch wundern, wenn gleichzeitig genannt wird, dass die Kosten für homöopathische Arzneien ja nur 1% der Gesamtkosten für pharmazeutische Produkte betragen und dass sie daher (sic!) eine enorme Einnahmequelle darstellen. Ein Kommentar dazu erübrigt sich genauso wie zur Aussage von Univ.-Prof. Dr. Denk, er hätte ja gar nichts gegen die Homöopathie, diese Aussage jedoch mit dem Cover von Profil „Nachruf auf die Homöopathie“ mit einem Kreuz aus Globuli auf schwarzem Grund unterlegte und am Ende des Abend mit einem klaren „Nein“ zur Homöopathie schloss.

Wenn aber in seiner PowerPoint Präsentation: „Zusammenfassung der Stellungnahme der EASAC Arbeitsgruppe (September 2017)“ der peinliche Fehler passierte, dass von „homöopathische Produkten“ (wie alle Medizinprodukten) gesprochen wird, dann tappt die erwähnte EASAC Arbeitsgruppe in bedenklicher Unklarheit über den Rechtsstatus homöopathischer Arzneien, der in der „Gesamte Rechtsvorschrift des Arzneimittelgesetz“ klar definiert ist, ganz zu schweigen von der Kenntnis des Unterschieds zwischen zugelassenen und einem registrierten homöopathischen Arzneimittel und den zugrunde liegenden EU Direktiven. Die bei diesem Vortrag erwähnten „Sicherheitsbedenken“ eventueller (auch nachgewiesener??) mangelhafter Qualitätskontrollen bei der Herstellung „homöopathischer Produkte“, lassen auf gravierende Informationsmängel der EASAC in
Bezug auf Herstellungserfordernisse homöopathischer Arzneien schließen. Diese Taktiken, um nur einige zu nennen und die wohl alle durchschauen konnten, sind der Wissenschaft unwürdig. Angesichts der Tatsache, dass so viele hochqualifizierte Vertreter der Homöopathie anwesend waren, was wohl niemandem entgangen sein dürfte, wiegt der unprofessionelle und abwertende Umgang mit dem Auditorium doppelt disqualifizierend.

Ich achte die Wissenschaft sehr und trage selbst so viel ich kann dazu bei, die Diskussion um die Wissenschaftlichkeit der Homöopathie zu führen, doch ich verstehe Wissenschaft als eine sachliche, faire Auseinandersetzung, als ein ständiges neugieriges Fragen und Forschen.

Ich weiß nicht, was die Gegner der Homöopathie tatsächlich bezwecken und warum sie sich gegen eine Methode mit Mitteln der Verleumdung und des Hasses mit aller Kraft ins Zeug legen, die so viel wie keine Schäden für Patienten aufweist (auch diese Frage wurde gestellt und blieb unbeantwortet). Ich weiß aber, dass wir alle gemeinsam standhalten können, wenn wir wie an diesem Abend selbst sachlich und klar bleiben und einander gegenseitig solidarisch unterstützen. Dann mache ich mir keine Sorgen um die Homöopathie!

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